Ein Coach, ein guter Coach - was oder wer ist das?

Diese Frage wird häufig gestellt, aber beantwortet wird sie selten richtig. Warum auch? Ist die Antwort nicht abhängig von dem, der sie stellt und was er sich vorstellt?

 

Ich habe interessanterweise in den letzten Wochen einige Meinungen dazu gehört und habe an Gesprächskreisen, Gesprächen und Diskussionen teilgenommen, die sich um dieses Thema drehten.


Die Antworten waren tatsächlich so vielfältig, wie es Teilnehmer gab.

Teilweise gingen sie in die spirituelle, in die gesundheitliche Schiene und teilweise ging es um Zertifizierungen. Aber auch um die Qualität und Quantität. Wobei jeder der Meinung war, dass ihr oder sein Aspekt dazu führten. Was wahrscheinlich auch so ist.

 

Bei Google gibt es sage und schreibe ca. 383.000 Ergebnisse, die alle dieses Thema behandeln. Das mag der Tatsache geschuldet sein, dass der Begriff ursprünglich aus dem Englischen stammt und einen Lehrer für Sportler benannte oder aber auch der Diskussion um das Thema an sich.

Die Frage nach der Qualität oder Qualifizierung

 

Die Frage nach der Qualität oder Qualifizierung resultiert sicher aus der Tatsache, dass der Beruf eines Coaches (es scheint keine weibliche Form des Titels zu geben) in Deutschland ein freier Begriff ist.

 

Ich halte eine gute Ausbildung für die Basis eines jeden Berufes. Auch hier gibt es 100e, wenn nicht sogar 1000e Ausbilder und Ausbildungsstätten für Coaches. Dieses Berufsfeld ist somit nicht klar umrissen und definiert.

 

Es sollte meines Erachtens auch eine gewisse Ausbildungszeit mit geleisteten Stunden im Coaching absolviert werden. Hier sind auch Supervisionen, Coaching untereinander und richtig gute Fallbeispiele von Nöten.

 

Meiner Meinung nach sollte ein Coach auch verschiedene Kernkompetenzen mitbringen. Für mich sind das Empathie, systemisches und strukturiertes Denken mit Blick auf evtl. Konsequenzen, persönliche Integrität, realistische Selbsteinschätzung und Lebenserfahrung. Er sollte die Fähigkeit haben, sich in sein Gegenüber hineinzufühlen, sich aber selber zurücknehmen können.

 

Das ist für mich überhaupt ein wichtiger Punkt, denn er/sie ist ein Begleiter und kein Lösungsgeber. Nicht er gibt die Lösung vor, der Kunde entwickelt seine eigene Lösung.

 

Ein Coach sollte in seiner Ausbildung auch lernen, was Coaching und Beratung von einander unterscheidet. Auch sollte er wissen, wo seine Grenzen zur Therapie sind. Vielleicht entscheidet er sich in dieser Richtung zu spezialisieren oder weiter zu bilden, dann ist das in Ordnung. Wenn nicht, sollte er dies seinem Kunden auch klar vermitteln. Coaching und Beratung sind KEINE Therapie.

 

In einer Ausbildung sollten auch wirtschaftliche Aspekte nicht fehlen. Denn je nach Bereich in dem der Coach dann arbeitet, benötigt er zumindest Grundkenntnisse. Und wenn er sich selbständig machen möchte, sind auch betriebswirtschaftliche Kenntnisse von Nutzen.

 

Grundsätzlich sollte sich ein Mensch, der als Coach arbeiten möchte, sich am Anfang die Frage stellen, in welcher Richtung er arbeiten möchte. Nicht immer ist das ein klarer Weg. Manch einer kommt aus einem Studium wie Psychologie oder Soziologie oder auch aus der Medizin. Es gibt aber auch Menschen, die auf ihrem Lebensweg gute Erfahrungen mit einem Coach gesammelt haben und nun selber einer werden möchten.

 

Bei mir war es z.B. die Arbeit vor 20 Jahren in einer Personalabteilung (ich war zu dieser Zeit Personalreferentin Arbeits- & Personalrecht), die mich überhaupt auf die Idee brachte, eine Coaching Ausbildung zu machen:

 

Prozessbegleitung und Veränderungsmanagement

Ich wurde Prozessbegleiterin und Fachfrau für die Begleitung und Steuerung von Veränderungsprozessen in Unternehmen. Ich lernte über 3 Jahre im Blockunterricht neben meiner Berufstätigkeit und hatte diverse Schwerpunkte:

 

* Know-how in Change Management
* persönliche und fachliche Kompetenz für systemisches Arbeiten
* Grundlagen und Basiswerkzeuge erlernen und umsetzen können
* Architektur und Design vernetzter Innovationsmaßnahmen
* den Prozess mit Teamentwicklung und Coaching zu begleiten
* sowie einige weitere systemische und praktische Punkte

 

Diese Ausbildung ist sehr Unternehmenslastig. Viele Coaches möchten aber mit Einzelnen an deren persönlichen, privaten Themen arbeiten und richten sich entsprechend aus.

 

Auch ich habe vor 8 oder 9 Jahren eine Ausbildung zur psychologischen Beraterin gemacht. Daneben habe ich mich immer weiter gebildet und viele Seminare, Schulungen und Workshops mit Zertifizierungen absolviert.

 

Persönliche Befähigung

 

Für mich ist es neben der persönlichen Befähigung nämlich auch sehr wichtig, dass er oder sie fachlich gut ausgebildet ist und Berufserfahrung in diesem Bereich hat.

Besonders gut ist für mich Eine/r, der nun Alles zusammen vereint und auch UMSETZEN kann.

Denn nur Werkzeuge zu besitzen und sie nicht anwenden können, qualifiziert Niemanden.

 

 

Zertifizierung - ja oder nein?

Ist ein guter Coach ein guter Coach, wenn er zertifiziert ist? Es gibt ja genau so eine Vielzahl von Vereinen und Gesellschaften für den Berufsstand wie Coaches an sich und diese sind der Meinung, dass wir eine Zertifizierung benötigt.

 

Sicher werden Standards aufgestellt, die vorab schon erfüllt sein müssen. Auch werden Anforderungen an den Coach gestellt, denen dieser nachkommen muss. Aber ist das eine Aussage über die Qualität eines Coaches oder des Coachings? Ich glaube nicht.

 

Es gibt auch Coaches, die haben einen immensen Lebenserfahrungsschatz und arbeiten damit als Coach. Und das sicher auch erfolgreich.

 

Denn Viele sagen: jeder findet SEINEN/IHREN guten Coach.

Ist eigene Seelenhygiene notwendig?

 

Neben Qualifizierung und Zertifizierung gehört für mich auch die eigene Seelenhygiene zur Arbeit. Ja, zur Arbeit, denn wie können wir Andere beraten, wenn wir selber müde, traurig, abgespannt oder am Ende sind? Authentizität lässt sich nicht vorleben, wenn man nicht auf sich selber aufpassen kann, sich vernachlässigt. Ganzheitliche Beratung und Coaching beachtet dies ja auch.

 

Ich halte neben Spaziergängen auch Meditation für mich als Mittel um meinen Geist und meine Seele rein zu halten, Kraft zu schöpfen und für meine Kunden fit zu sein. Ich lese viel und tausche mich selber regelmäßig aus und alle 2 Wochen gehe ich zur Supervision. Für mich, für meinen Kunden.


Was oder wer ist also ein guter Coach?

Meine ganz eigene wichtige Antwort auf die Frage „Was oder wer ist ein guter Coach“? ist:

 

* wenn ich von einem Kunden gefunden werde, wir uns vertrauen und gut „miteinander können“, bin ich ein guter Coach für meinen Kunden.

 

* Wenn ich auf mich aufpasse, meine Seele und meinen Geist pflege und mich selber achte, bin ich ein guter Coach für mich.


* Bilde ich mich stets und stetig weiter, so bin ich auch fachlich ein guter Coach.

 

Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit und Ihr Interesse. Wie sehen Sie es? Was ist für Sie ein guter Coach, oder soll ich lieber fragen: wer ist für Sie ein guter Coach?

 

Ich freue mich sehr darüber, denn ein reger Kontakt und Austausch über dieses Thema kann uns Coaches nur besser machen.

 

Ihre

Claudia Wolf

 

P.S. Demnächst schreibe ich darüber, wie Coaching ablaufen kann. Denn auch da gibt es unendlich viele Anforderungen, Meinungen und Durchführungen. Und was ist ein effizientes oder effektives Coaching?

Sie sehen, es ist ein spannendes Thema. Bleiben Sie dran.

 

2. P.S. Sollten Sie Fragen oder Wünsche an mich und meine Arbeit, an diesen Blogbeitrag oder an das Coaching an sich haben, schreiben Sie mir an claudia.wolf@cwp-management.com (www.cwp-management.com) oder rufen mich unter 01788641966 an.

 


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